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Mehr Leben, weniger To-do-Listen | Teil 3

Manchmal braucht es nur ein einziges Foto und schon erinnere ich mich an einen ganzen Nachmittag. An ein Gespräch, das ich unterwegs geführt habe. An einen Spaziergang, bei dem ich eigentlich nur eine kleine Runde drehen wollte. Oder an einen dieser ganz gewöhnlichen Tage, an denen gar nichts Besonderes geplant war.

Das Foto zeigt vielleicht nur einen Pilz zwischen bunten Herbstblättern.
Aber ich weiß noch, wo ich ihn entdeckt habe. Wie schön es draußen war und was mich an diesem Tag beschäftigt hat.

Genau deshalb liebe ich meine alten Tagebücher so sehr. Wenn ich darin blättere, schaue ich meistens zuerst auf die Bilder. Die Texte lese ich oft erst später, manchmal auch gar nicht. Denn die Fotos erzählen mir bereits so viel.

Und jetzt, wo ich wieder angefangen habe, meine kleinen Glücksmomente zu sammeln, merke ich, wie sehr mir diese Art des Erinnerns gefehlt hat.


Sieben Tage, damit aus irgendwann nicht wieder niemals wird

Im ersten Teil dieser Reihe habe ich dir von meiner wiederentdeckten Gewohnheit erzählt. Jeden Tag möchte ich möglichst einen schönen Augenblick fotografieren. Spätestens alle sieben Tage werden die Bilder ausgedruckt und in mein Bullet Journal geklebt.

Warum ich mir dafür ausgerechnet sieben Tage vorgenommen habe?
Ganz einfach: Weil ich mich kenne. Wenn ich mir vornehme, meine Fotos irgendwann einmal auszudrucken, dann kann dieses irgendwann ziemlich lange dauern.

Erst habe ich keine Zeit. Dann denke ich gerade nicht daran. Und wenn ich schließlich wieder meine Bildergalerie öffne, warten dort schon Hunderte Fotos darauf, sortiert zu werden.

Deshalb brauche ich für manche Dinge einen kleinen festen Rhythmus. Einfach als Erinnerung daran, etwas zu tun, das mir Freude macht.

Mein Selphy-Drucker macht es mir dabei wirklich leicht. Ich kann meine Lieblingsbilder zu Hause und spontan ausdrucken, ohne erst eine größere Bestellung zusammenstellen zu müssen.

Dann nehme ich mein Bullet Journal, klebe die Fotos ein und schreibe daneben oder darunter, was ich gerne festhalten möchte. Mal ist es nur ein Satz oder es wird daraus eine kleine Geschichte.

Und manchmal merke ich beim Schreiben erst, wie viel an diesem Tag eigentlich passiert ist. Das ist sooo wunderbar schön.


Was meine To-do-Liste über diese Woche nicht erzählt

Ich werde wohl immer gerne Listen schreiben. Das gehört einfach zu mir. Ich mag es, meine Woche zu planen, Dinge zu sortieren und erledigte Aufgaben abzuhaken.

Aber wenn ich mir am Ende einer Woche nur meine To-do-Liste anschaue, sehe ich vor allem, was ich geschafft habe und was noch offen ist.

Meine Fotos erzählen mir etwas anderes.
Sie erinnern mich an die kleinen Pausen dazwischen. An Begegnungen, die gar nicht geplant waren. An Dinge, über die ich mich gefreut habe.

Und mittlerweile finde ich auch an schwierigen Tagen, an schönen Augenblicke. Das eine schließt das andere schließlich nicht aus, oder?

Ich muss einen anstrengenden Tag nicht nachträglich schönreden, nur weil ich ein hübsches Foto gemacht habe. Jedoch finde ich, darf ich mich trotzdem darüber freuen, dass zwischendurch etwas gut war.

Seit ich meine Glücksmomente wieder bewusster festhalte, fällt mir genau das leichter. Ich denke abends inzwischen häufiger an die kleinen Erlebnisse zurück als an die Aufgaben, die liegen geblieben sind.

Und genau das gefällt mir.


Eine alte Bloggeraktion, die ich beinahe vergessen hatte

Während ich über diese kleine Fotogewohnheit nachgedacht habe, fiel mir noch etwas ein. Früher habe ich nämlich bei einer Bloggeraktion mitgemacht, bei der wir am Monatsanfang unsere schönsten Fotos aus dem vergangenen Monat gezeigt haben.

Eine Monatscollage.
Ich erinnere mich noch gut daran, wie viel Freude mir das gemacht hat.
Man suchte seine Bilder aus, stellte sie zu einer Collage zusammen und veröffentlichte sie auf dem eigenen Blog.

Anschließend schaute man bei den anderen vorbei, entdeckte ihre Monatsrückblicke und hinterließ Kommentare. 

Das war damals ein richtig schöner Austausch.
Man bekam kleine Einblicke in das Leben anderer Menschen. Mal waren es Ausflüge oder besondere Erlebnisse, mal ganz alltägliche Dinge. Und oft entstanden gerade daraus nette Gespräche.

Als ich mich jetzt wieder daran erinnerte, wollte ich natürlich nach meinen alten Beiträgen suchen. Nur leider habe ich sie nicht mehr gefunden.

Offenbar sind sie bei einer früheren Übertragung meiner Blogdaten nicht mit auf die neue Webseite gewandert. Das fand ich wirklich schade.

Aber immerhin habe ich die damalige Bloggeraktion wiedergefunden.
Und während ich mir die alten Monatscollagen angeschaut habe, dachte ich:
Warum mache ich das eigentlich nicht wieder?


Mein Monat in Bildern

Deshalb möchte ich ab November auf Gehdankenwege.de eine kleine alte Tradition wieder aufleben lassen. 

Sie bekommt bei mir den Namen „Mein Monat in Bildern“. Die Idee ist ganz einfach. Am Ende eines Monats suche ich acht Fotos aus, die für mich diesen Monat besonders gut widerspiegeln.

Daraus entsteht eine Collage mit neun Feldern.
Acht Felder zeigen meine Fotos. In der Mitte steht der Name des Monats, beispielsweise „Mein Oktober 2026“.

Vielleicht sind es Bilder von Spaziergängen, Begegnungen, kleinen Entdeckungen oder Dingen, über die ich mich gefreut habe. Ich finde, es müssen nicht unbedingt die schönsten oder technisch besten Fotos sein. Viel wichtiger ist mir, dass sie etwas erzählen.

Denn wenn ich mir später diese acht Bilder anschaue, möchte ich mich daran erinnern, wie sich dieser Monat für mich angefühlt hat.

Was habe ich erlebt? Was hat mich beschäftigt? Was war schön? Und worüber musste ich vielleicht auch lachen?

Natürlich darf es dazu einen kleinen Text geben.
Aber ich möchte daraus keinen ausführlichen Monatsbericht machen müssen.

Manchmal reichen acht Fotos und ein paar persönliche Gedanken völlig aus.


Erst die kleinen Momente, dann der Blick auf den ganzen Monat

Eigentlich ergänzen sich meine beiden Ideen ziemlich gut. Mit meinem Bullet Journal halte ich die kleinen Augenblicke möglichst zeitnah fest. Alle sieben Tage drucke ich meine Fotos aus und schreibe ein paar Gedanken dazu.

Und am Monatsende schaue ich noch einmal auf die vergangenen Wochen zurück. Dann kann ich aus meinen gesammelten Bildern diejenigen auswählen, die für mich besonders gut zu diesem Monat passen.

Vielleicht entdecke ich dabei sogar etwas, das mir vorher gar nicht aufgefallen ist, z.B., dass ich viel öfter draußen war, als ich dachte *lach*

Oder dass ein Monat, der sich zwischendurch ziemlich anstrengend angefühlt hat, trotzdem viele gute Augenblicke hatte. Ich glaube, gerade dieser Blick zurück kann interessant werden.

Denn manchmal merken wir erst im Nachhinein,
was alles zu unserem Alltag gehört hat.


Vielleicht hast du ja Lust, mitzumachen?

Am 1. November 2026 möchte ich meine erste neue Monatscollage veröffentlichen. Und vielleicht hast du ja Lust, ebenfalls einen kleinen Rückblick auf deinen Oktober zu gestalten.

Du musst dafür kein Bullet Journal führen und auch keine Fotos ausdrucken. Du kannst deine Bilder einfach digital zu einer Collage zusammenstellen.

Wenn du selbst bloggst, freue ich mich, wenn du deinen Beitrag in den Kommentaren verlinkst. Dann können wir uns gegenseitig besuchen und schauen, was wir im vergangenen Monat erlebt haben.

Und wenn du keinen eigenen Blog hast, kannst du natürlich trotzdem mitmachen. Erzähl mir einfach in den Kommentaren, welcher Moment aus deinem Oktober dir besonders in Erinnerung geblieben ist.

Vielleicht entsteht daraus wieder so ein schöner Austausch wie damals in der Bloggergemeinschaft.

Das würde mich wirklich freuen.

Hochkant gestaltete Illustration einer Frau, die ein Erinnerungsfoto betrachtet. Daneben liegen ein Foto-Tagebuch und ausgedruckte Bilder. Die Grafik trägt den Titel „Ein paar Fotos …“.
Für später merken:
Damit deine schönsten Erinnerungen nicht irgendwann zwischen all den To-do-Listen verschwinden. 😉

Mein Gehdanken-Impuls für dich

Wenn du heute ein paar Minuten Zeit hast, dann schau doch einmal durch deine Fotos aus dem Oktober. Welche acht Bilder würdest du auswählen, wenn du deinen Monat damit erzählen solltest?

Eventuell sind es gar nicht die Fotos, die du ursprünglich für besonders gelungen gehalten hast. Manchmal ist es ein ganz unscheinbares Bild, das plötzlich eine schöne Erinnerung zurückbringt und vielleicht merkst du beim Aussuchen, dass in den vergangenen Wochen viel mehr passiert ist, als du zunächst gedacht hast.

Ich jedenfalls freue mich darauf, meine erste neue Monatscollage zusammenzustellen.

Und noch mehr freue ich mich darauf, später wieder durch meine Tagebücher und Monatsbilder zu blättern. Denn meine To-do-Listen erzählen mir, was ich erledigt habe.

Meine Fotos erinnern mich daran, was ich erlebt habe.


Und jetzt bin ich neugierig: Hast du früher auch bei solchen Bloggeraktionen mitgemacht? Oder gestaltest du vielleicht heute noch Fotoalben, Tagebücher oder Monatsrückblicke?

Erzähl mir gerne davon. Und wenn du Lust hast, sehen wir uns am 1. November bei „Mein Monat in Bildern“ wieder.

Mit diesem Beitrag endet meine dreiteilige Reihe „Mehr Leben, weniger To-do-Listen“. Die beiden vorherigen Beiträge findest du hier:

Teil 1: Irgendwo auf deinem Handy liegt ein Glücksmoment

Teil 2: Eigentlich war heute gar nichts Besonderes. Oder doch?

Und mit „Mein Monat in Bildern“ geht es ab November weiter.


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