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Deine Persönliche Rückendeckung

Mehr Leben, weniger To-do-Listen | Teil 1

Irgendwo auf deinem Handy gibt es bestimmt ein Foto, das du gemacht hast, weil dich etwas zum Anhalten gebracht hat. Vielleicht war es das Licht auf dem Küchentisch. Eine Blume am Wegesrand. Ein Mensch, der gerade so herzlich gelacht hat, dass du diesen Augenblick unbedingt festhalten wolltest.

Du hast dein Handy herausgeholt, ein Foto gemacht und gedacht: Daran möchte ich mich erinnern. Und dann kamen die nächsten Bilder dazu. Fotos vom Einkauf, Screenshots, irgendwelche Unterlagen und natürlich noch viele weitere schöne Momente.

Irgendwann ist dieses eine Foto zwischen Hunderten anderen verschwunden.

Eigentlich schade, oder?


Eine alte Gewohnheit, die ich wiederentdeckt habe

Diesen Sommer bin ich über eine Idee gestolpert, die ich früher tatsächlich schon gelebt habe und irgendwann völlig aus den Augen verloren hatte.

Ich habe Tagebücher geführt, in denen nicht nur meine Gedanken standen, sondern auch ausgedruckte Fotos ihren Platz gefunden haben.

Und weißt du, was ich heute besonders gerne mache?
Ich hole eines dieser alten Tagebücher hervor und blättere darin.

Oft brauche ich die Texte gar nicht zu lesen. Ein Blick auf ein Foto reicht und schon ist das Gefühl von damals wieder da. Ich erinnere mich an die Stimmung, an Menschen, an einen bestimmten Tag. Manchmal auch an Dinge, die ich längst vergessen glaubte.

Das ist etwas ganz anderes, als durch die Bildergalerie auf meinem Handy zu wischen. Eventuell liegt es daran, dass ich mir damals die Zeit genommen habe, die Bilder auszuwählen, auszudrucken und ihnen einen Platz zu geben.

Jedenfalls habe ich beim Wiederentdecken dieser alten Tagebücher gemerkt, wie sehr mir genau das fehlt.


Ich kann ziemlich gut To-do-Listen schreiben

Wer mich kennt, weiß, dass ich gerne plane. Ich liebe meine Kalender, meine Listen und das schöne Gefühl, wenn ich hinter einer erledigten Aufgabe ein Häkchen setzen kann.

Nur erzählen mir diese Listen am Ende einer Woche hauptsächlich, was ich geschafft habe. Sie erzählen mir nicht, wie schön die Sonne bei meinem Spaziergang durch die Bäume gefallen ist. Dass ich über eine Kleinigkeit herzlich lachen musste. Oder dass ich an einem anstrengenden Tag trotzdem einen richtig guten Augenblick hatte.

Dabei gehören diese Dinge genauso zu meinem Leben.
Vielleicht sogar zu den Erinnerungen, die ich später besonders gerne wieder hervorhole.

Und genau deshalb möchte ich wieder anfangen, meine Tage nicht nur in Aufgaben, sondern auch in Bildern festzuhalten.


Meine persönliche 7-Tage-Regel

Die Idee ist einfach: Ich möchte jeden Tag mindestens ein Foto machen, das einen Moment festhält, an den ich mich gerne erinnern möchte.

Spätestens alle sieben Tage werden die Bilder ausgedruckt und bekommen einen Platz in meinem Tagebuch. Dazu schreibe ich ein paar Gedanken auf. Mal nur einen Satz, mal vielleicht eine kleine Geschichte.

Warum ausgerechnet sieben Tage?
Weil ich mich kenne. Wenn ich mir vornehme, die Bilder irgendwann auszudrucken, wird aus irgendwann ziemlich schnell nächsten Monat. Und irgendwann liegen wieder Hunderte Fotos auf meinem Handy.

Die sieben Tage helfen mir, dranzubleiben und die Idee wieder zu einer vertrauten Gewohnheit werden zu lassen. Dabei geht es mir nicht darum, jeden Tag etwas besonders Schönes erleben zu müssen. Ich möchte auch keinen weiteren Punkt auf meiner To-do-Liste haben, der mich unter Druck setzt.

Ich möchte mir einfach regelmäßig die Zeit nehmen, auf mein eigenes Leben zurückzuschauen. Und wenn es in einer Woche nur vier Fotos sind, dann sind es eben vier.


Was ich später einmal wiederfinden möchte

Wenn ich heute in meinen alten Tagebüchern blättere, freue ich mich selten über die großen, perfekt geplanten Ereignisse allein. Oft sind es gerade die kleinen Bilder, bei denen ich hängen bleibe.

Ein ganz normaler Nachmittag. Ein vertrauter Ort. Eine Situation, die damals wahrscheinlich überhaupt nichts Besonderes war.

Und trotzdem freue ich mich Jahre später, dass ich genau diesen Augenblick festgehalten habe. Eventuell ist das auch der Grund, warum ich wieder damit anfangen möchte.

Ich möchte nicht erst in ein paar Jahren feststellen müssen, dass ich zwar Tausende Fotos gemacht habe, aber kaum noch weiß, welche Geschichten dahinterstecken.

Und ich möchte mich nicht nur daran erinnern, was alles erledigt werden musste; sondern vor allem daran, WIE ich gelebt habe.

Für später merken:
Bevor dieser schöne Gedanke zwischen all den To-do-Listen verschwindet. 😉

Mein Gehdanken-Impuls für dich

Vielleicht hast du ja Lust, HEUTE einmal durch deine eigene Bildergalerie zu stöbern.

Nicht als Pflichtaufgabe, um Fotos zu löschen oder zu sortieren. Darum geht es mir nicht. Schaue ganz bewusst nach einem bestimmten Foto , bei dem du sofort wieder weißt, warum du diese Szene damals unbedingt „einfangen“ wolltest.

Was fällt dir dazu ein? Und noch wichtiger: Welches Gefühl kommt zurück, wenn du es anschaust? Eventuelle möchtest du beim Stöbern, dieses eine Bild sogar ausdrucken und ein paar Worte dazuschreiben. Lass‘ es zu.

Ich jedenfalls werde meine alte Gewohnheit wieder aufleben lassen. Und dieses Mal möchte ich nicht wieder so lange warten, bis ich mich daran erinnere, wie schön mein Leben eigentlich ist.

Wie ist das bei dir? Hast du noch Fotoalben oder Tagebücher, in denen du gerne blätterst, oder liegen deine Erinnerungen inzwischen auch hauptsächlich auf dem Handy?


Dies ist der erste Teil meiner kleinen Reihe
„Mehr Leben, weniger To-do-Listen“.

Im nächsten Beitrag geht es darum,
warum es manchmal gar nicht so einfach ist,
auf die Frage
„Was war heute eigentlich schön?“
eine Antwort zu finden.


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