Warum meine Herbstideen keine Bucketlist sind und ich trotzdem ein bisschen Planung brauche
Auf meinem Wohnzimmertisch beginnt der Herbst meistens ziemlich unspektakulär.
Ich habe eine Baumscheibe, die bei mir als kleiner Dekoteller dient. Je nach Jahreszeit verändert sie sich. Im Herbst gehört für mich auf jeden Fall eine Kerze dazu. Vielleicht kommen später noch Hagebutten, wilder Wein oder andere Fundstücke von draußen dazu.
Ich mag diesen kleinen Platz auf meinem Tisch. Nicht, weil damit die Wohnung plötzlich komplett herbstlich dekoriert wäre. Es ist eher mein erstes kleines Zeichen: Jetzt beginnt wieder eine andere Zeit.
Und meistens passiert dann noch etwas anderes.
Ich bekomme langsam wieder Lust, mein Ideenbuch hervorzuholen.
Meine Herbstideenliste gibt es dieses Jahr noch gar nicht
Ich könnte jetzt natürlich schreiben, was ich mir für diesen Herbst alles vorgenommen habe. Nur wäre das nicht ganz ehrlich.
Meine Herbstideenliste für dieses Jahr gibt es nämlich noch gar nicht. Ich möchte mich am Wochenende hinsetzen und sie schreiben. Und darauf freue ich mich tatsächlich.
Ich führe solche Ideenbücher mittlerweile im 16. Jahr. Über die Jahre ist daraus für mich eine Mischung aus Erinnern, Sammeln, Planen und Gedankenaufschreiben geworden.
Dabei fange ich nicht mit einer fertigen Liste an und überlege auch nicht: Was sollte man im Herbst unbedingt einmal gemacht haben?
Ich nehme mein Ideenbuch NaturZeit und sammle erst einmal frei.
Was möchte ich machen? Worauf habe ich Lust? Was möchte ich draußen erleben? Was würde mir zu Hause guttun? Was möchte ich vielleicht ausprobieren?
Alles darf durcheinanderkommen. Und genau das macht mir unheimlich viel Spaß.
Ich brauche Planung, damit die schönen Dinge nicht untergehen
Ich kenne mich inzwischen ziemlich gut. Wenn ich meine Tage einfach laufen lasse, finde ich immer etwas zu arbeiten. Es gibt noch einen Text zu schreiben, eine Webseite, an der ich etwas machen könnte, eine Idee, die mir gerade einfällt.
Arbeit findet ihren Platz bei mir meistens ganz von allein.
Meine Zeit für mich leider nicht immer.
Deshalb ist meine Herbstideenliste für mich auch eine kleine Erinnerung daran, dass meine freie Zeit genauso zu meinem Leben gehört.
Ich möchte im Herbst nicht irgendwann feststellen, dass ich all die Dinge, auf die ich mich im September gefreut habe, wieder auf „irgendwann“ verschoben habe.
Dabei geht es mir überhaupt nicht darum, jeden freien Nachmittag im Kalender zu verplanen. Ich mag die Kombination: ein bisschen vorausplanen und trotzdem Platz dafür lassen, was an einem Tag gerade zu mir passt.
Und dann schreibe ich auch gern auf, was tatsächlich daraus geworden ist. So wird aus einem Plan kein Pflichtprogramm, sondern irgendwann eine Erinnerung.

Manchmal hilft mir mein früheres Ich auf die Sprünge
Das Schönste an inzwischen 16 Jahren voller Ideenbücher ist, dass ich irgendwann bei mir selbst nachschauen kann.
Denn natürlich kommt irgendwann der Moment, an dem mir nichts Neues mehr einfällt. Dann blättere ich in meinen alten Büchern. Und manchmal entdecke ich etwas und denke: Ach ja! Das habe ich früher so gern gemacht.
Warum ist das eigentlich irgendwann aus meinem Alltag verschwunden?
Nicht alles davon möchte ich wiederhaben. Aber manches gerät tatsächlich einfach in Vergessenheit. Wenn auch das Blättern nicht reicht, helfen mir ein paar Bereiche, die sich über die Jahre herausgebildet haben:
für mich, draußen, zu Hause, genießen, sammeln & herstellen.
Dann schaue ich noch einmal aus einer anderen Richtung auf meinen Herbst.
Und plötzlich fällt mir doch wieder etwas ein.
Dieses Jahr möchte ich mehr sammeln und weiterverarbeiten
Eine Idee für diesen Herbst weiß ich allerdings jetzt schon. Ich möchte mehr von dem, was ich draußen sammle und trockne, später weiterverwenden.
Auch mit Blick auf Weihnachten.
Ich mag die Idee der Geschenke aus meiner Küche sehr. Nicht möglichst viele Dinge kaufen, sondern etwas herstellen, bei dem ich schon beim Sammeln oder Vorbereiten an den Menschen denke, für den es gedacht ist.
Für meine Mutter möchte ich zum Beispiel Öl mit Dill machen. Sie liebt wie ich, Dill sehr.
Und genau solche Ideen gehören für mich auf meine Herbstliste. Nicht spektakulär, aber persönlich. Und ich kann schon jetzt etwas dafür sammeln, trocknen, vorbereiten oder einfach im Hinterkopf behalten.
So verbindet sich der Herbst sogar ein bisschen mit dem Winter, der irgendwann danach kommt.
Vielleicht ist Vorfreude ein guter Grund zum Planen
Ich glaube, deshalb mag ich meine jahreszeitlichen Ideenlisten nach all den Jahren noch immer.
Sie bringen etwas zurück, das wir Erwachsenen manchmal ziemlich gut verlernen: diese fast kindliche Vorfreude auf eine neue Jahreszeit.
Nicht: Was muss ich diesen Herbst erledigen?
Sondern: Worauf freue ich mich eigentlich?
Vielleicht steht auf meiner Liste am Wochenende etwas, das ich am Ende gar nicht mache. Das ist völlig in Ordnung.
Sie ist keine Aufgabenliste. Sie soll mich eher daran erinnern, dass zwischen Arbeit, Terminen und Alltag auch noch mein eigenes Leben stattfindet.
Und vielleicht ist genau das für mich die schönste Art, mich langsam im Herbst einzurichten. Nicht alles neu machen, sondern ihm erst einmal einen kleinen Platz geben.
Auf meinem Wohnzimmertisch. In meinem Ideenbuch. Und dann nach und nach auch in meinem Alltag.
✍️ Der Gehdanken-Impuls
Schreib keine Herbst-Bucketlist. Nimm ein leeres Blatt und sammle einfach, worauf du in diesem Herbst Lust hast.
Und erst wenn dir nichts mehr einfällt, hol dir neue Anregungen. Ich blättere dafür gern in meinen alten Ideenbüchern. Manchmal entdecke ich darin etwas, das ich früher gern gemacht habe und längst vergessen hatte.
Du kannst auch noch einmal aus verschiedenen Richtungen schauen: für mich, draußen, zu Hause, genießen, sammeln & herstellen.
Vielleicht taucht dabei etwas auf, bei dem du sofort denkst:
Ach ja, das wollte ich doch schon lange mal wieder machen.
Und dann musst du daraus noch lange keinen großen Herbstplan machen.
Vielleicht reicht für den Anfang eine einzige Sache, der du in den kommenden Wochen wirklich einen Platz gibst.
Herzensgrüße zu dir – Silke